
Das brauchen Sie: Einkaufsliste
Basis-Set (immer erforderlich)
Optional – je nach Einbausituation
- Otto Naturstein Glättmittel – zwingend bei Marmor und anderen Natursteinen statt des Standard-Glättmittels, verhindert Fleckenbildung im Stein
- Weitere Glättwerkzeuge und -formen für spezielle Fugenprofile – siehe Kategorie Fugenglätter & Glättmittel
Werkzeug: Kartuschenpistole (siehe Kategorie Kartuschen- & Beutelpistolen), Malerkrepp/Abklebeband, Cuttermesser zum Anschneiden der Kartuschenspitze, fusselfreies Tuch. Alle Glättwerkzeuge und Glättmittel finden Sie gesammelt in der Kategorie Fugenglätter & Glättmittel.
Warum richtiges Glätten über das Ergebnis entscheidet
Eine Silikonfuge wird nicht durch das bloße Einspritzen dicht und schön, sondern erst durch das Glätten. Beim Abziehen wird das Silikon gleichmäßig in die Fuge gedrückt, überschüssiges Material entfernt und die Oberfläche verdichtet – das macht die Fuge nicht nur optisch sauber, sondern auch dichter und langlebiger, da Lufteinschlüsse und unregelmäßige Schichtdicken vermieden werden.
Ottoseal S100 ist laut Hersteller gezielt auf eine hervorragend glättbare Oberfläche ausgelegt und für Anwendungen gemäß IVD-Merkblatt Nr. 3 sowie nach DIN 18545, Teil 2, Gruppe E geeignet – vorausgesetzt, die Verarbeitung stimmt. Das Glättmittel unterstützt dabei, indem es das Werkzeug leicht benetzt und so verhindert, dass das Silikon am Spachtel kleben bleibt und Fäden zieht.

Schritt für Schritt: Silikonfuge glätten
1Untergrund reinigen und Kanten abkleben
Die Haftflächen müssen sauber, fettfrei, trocken und tragfähig sein. Nicht-poröse Untergründe wie Fliesen oder Glas mit OTTO Cleaner T reinigen (Ablüftezeit ca. 1 Minute) und mit einem sauberen, flusenfreien Tuch nachwischen. Poröse Untergründe mechanisch, z. B. mit einer Stahlbürste oder Schleifscheibe, von losen Partikeln befreien.
Kanten abkleben: Beidseitig entlang der gewünschten Fugenbreite mit Malerkrepp abkleben. Das sorgt für gerade, gleichmäßige Kanten und schützt die angrenzenden Flächen vor Silikon- und Glättmittelresten.
2Kartusche anschneiden und Silikon einspritzen
Die Kartuschenspitze im 45°-Winkel schräg anschneiden, die Öffnungsgröße richtet sich nach der gewünschten Fugenbreite. Mit Handpresspistole, Druckluftpistole oder Akkupistole ausspritzen. Verarbeitungstemperatur beachten: +5 °C bis +35 °C.
Zügig und ohne Unterbrechung arbeiten – lieber die Fuge leicht überfüllen als Lücken lassen. Wird an bereits antrocknenden Stellen nachgebessert, verschlechtert das die Oberfläche sichtbar.
3Glättmittel auftragen
Otto Glättmittel Spray möglichst sparsam und gezielt auf die frische Silikonoberfläche sprühen, das Glättwerkzeug dabei nur leicht benetzen – nicht triefend.
Wichtig bei Naturstein: Das Standard-Glättmittel ist laut Hersteller nicht geeignet für Marmor und andere Natursteine und kann Flecken verursachen. Hier immer das spezielle Naturstein-Glättmittel verwenden, unverdünnt.

4Fuge in einem Zug glätten
Mit dem Fugenglätter die Fuge in einem durchgehenden Zug abziehen, dabei gleichmäßigen Anpressdruck halten und nicht mehrfach ansetzen – jeder neue Ansatz bleibt als sichtbare Linie in der Fuge zurück.
Timing ist entscheidend: Immer vor der Hautbildung des Silikons glätten. Wie lange dieses Zeitfenster ist, hängt von Temperatur und Luftfeuchte ab – deshalb direkt im Anschluss an das Einspritzen arbeiten, ohne Pause.
5Überschüsse entfernen
Überstehendes Silikon sofort mit dem Spachtel abziehen und entsorgen, nicht auf der Fuge liegen lassen. Glättmittelrückstände vor dem Antrocknen mit klarem Wasser von Fuge und angrenzenden Flächen abwaschen – trocknen sie an, können matte oder helle Flecken zurückbleiben.
Werkzeug direkt nach Gebrauch reinigen: frisches Silikon lässt sich mit Terpentinersatz entfernen, bereits ausgehärtetes nur noch mit Silikonentferner bzw. mechanisch.
6Klebeband abziehen und aushärten lassen
Das Malerkrepp unmittelbar nach dem Glätten abziehen, noch bevor das Silikon anzieht – in einem Zug und im spitzen Winkel zur Fuge. So bleiben die Kanten scharf und sauber, statt beim Abziehen auszufransen.
Die Fuge anschließend ungestört aushärten lassen, bevor sie Wasser, Reinigungsmitteln oder mechanischer Belastung ausgesetzt wird. Die genaue Aushärtezeit entnehmen Sie der Herstellerangabe auf der Kartusche.
Zeitfenster im Überblick
| Arbeitsschritt | Zeitfenster | Kontrolle |
|---|---|---|
| Silikon einspritzen → glätten | ohne Unterbrechung, vor Hautbildung | Oberfläche wirkt noch glänzend-feucht |
| Glätten → Klebeband abziehen | sofort im Anschluss | Fugenrand löst sich beim Abziehen sauber vom Klebeband |
| Vor erstem Wasserkontakt | vollständig aushärten lassen (Herstellerangabe auf Kartusche beachten) | Fuge fühlt sich überall trocken und nicht mehr klebrig an |
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Zu viel Glättmittel verwendet: Es trocknet an und hinterlässt matte, helle Flecken auf der Fuge – immer sparsam aufsprühen und Rückstände vor dem Antrocknen mit klarem Wasser entfernen.
- Falsches Glättmittel bei Naturstein: Standard-Glättmittel ist nicht für Marmor und Naturstein geeignet – hier immer das spezielle Naturstein-Glättmittel verwenden.
- Mehrfach angesetzt statt in einem Zug geglättet: Erzeugt sichtbare Ansätze und Rillen in der Fugenoberfläche.
- Klebeband zu spät abgezogen: Das bereits angezogene Silikon reißt beim Abziehen mit, die Kanten werden unsauber.
- Untergrund nicht sauber und fettfrei vorbereitet: Das Silikon haftet nicht dauerhaft, die Fuge kann sich vorzeitig lösen.
Häufige Fragen zum Silikonfuge glätten
Wie lange habe ich Zeit, um die Silikonfuge zu glätten?
Sie müssen die Fuge vor der Hautbildung des Silikons glätten. Wie lange dieses Zeitfenster ist, hängt von Temperatur und Luftfeuchte ab – arbeiten Sie deshalb zügig und ohne Unterbrechung direkt nach dem Einspritzen.
Welches Glättmittel eignet sich für Naturstein oder Marmor?
Für Marmor und andere Natursteine eignet sich das spezielle Naturstein-Glättmittel. Das Standard-Glättmittel ist laut Hersteller nicht für diese Untergründe geeignet und kann Flecken verursachen.
Warum bekommt meine Fuge matte Flecken?
Meist wurde zu viel Glättmittel verwendet, das angetrocknet ist. Rückstände müssen vor dem Antrocknen mit klarem Wasser entfernt werden, sonst können matte oder helle Flecken zurückbleiben.
Wann ziehe ich das Abklebeband ab?
Unmittelbar nach dem Glätten, noch bevor das Silikon anzieht – in einem Zug und im spitzen Winkel zur Fuge, damit die Kanten sauber und scharf bleiben.
Reicht Spülmittel statt Glättmittel?
Viele Heimwerker behelfen sich mit Spülmittellösung. Ein speziell auf Dichtstoffe abgestimmtes Glättmittel liefert jedoch gleichmäßigere Ergebnisse und wäscht laut Hersteller die Farbpigmente des Silikons nicht aus.
Welches Werkzeug eignet sich zum Glätten der Fuge?
Ein spezieller Fugenglätter aus flexiblem, chemikalienbeständigem Kunststoff, verarbeitbar von +5 °C bis +40 °C, geeignet für Silikon-, Acryl- und Hybridfugen und mehrfach wiederverwendbar.

