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Das brauchen Sie: Einkaufsliste
Basis-Set (immer erforderlich)
Optional – je nach Einbausituation
- Fugenmeister Fugenspachtel-Set (3-tlg.) – formstabile Schablonen für Eck-, Anschluss- und Bewegungsfugen, Alternative bzw. Ergänzung zum Fugenglätter
- OTTO Primer 1227 Haftvermittler – nur bei glatten Kunststoff-/PVC-Oberflächen (z. B. Duschtassen, Wannen aus Acryl) nötig, verbessert die Haftung des Silikons
Werkzeug: Cuttermesser oder Fugenkratzer zum Entfernen der alten Fuge, Handpresspistole (Kartuschenpistole) zum Ausbringen des neuen Silikons, fusselfreies Tuch zum Reinigen und Nacharbeiten. Alle Systemkomponenten finden Sie in der Kategorie Sanitärsilikon.
Warum die Fuge komplett erneuern statt nur überspritzen?
Sanitärsilikon ist dauerelastisch, aber nicht unbegrenzt haltbar: Seifenreste, stehendes Wasser und UV-Licht lassen die Fuge mit der Zeit spröde werden, sie reißt ein oder löst sich vom Untergrund. Genau an diesen Stellen setzt sich Feuchtigkeit fest – ein idealer Nährboden für Schimmel.
Neues Silikon einfach über die alte Fuge zu spritzen, löst das Problem nicht: Frisches Silikon haftet nicht zuverlässig auf ausgehärtetem Silikon, die neue Schicht löst sich meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Deshalb muss die alte Fuge vollständig bis auf den Untergrund entfernt werden, bevor neu verfugt wird. Ottoseal S100 ist zusätzlich fungizid und bakteriostatisch ausgerüstet, entspricht der DIN 18545 Teil 2, Gr. E, und ist für Anwendungen gemäß IVD-Merkblatt Nr. 3 geeignet – die Grundlage für eine Fuge, die deutlich länger hält als eine bloße Überarbeitung.

Schritt für Schritt: Silikonfuge erneuern
1Alte Fuge herausschneiden
Mit einem Cuttermesser oder Fugenkratzer auf beiden Seiten der Fuge entlang der Kante einschneiden und den kompletten Silikonstrang herausziehen. Wichtig: bis auf den Untergrund arbeiten, nicht nur die Oberfläche abschneiden – frisches Silikon haftet nicht auf altem Silikon.
Kontrolle: Die Fuge ist komplett frei, kein loses altes Material mehr sichtbar oder fühlbar.
2Rückstände mit Silikonentferner lösen
Otto SilOut Silikonentferner dünn auf die verbliebenen Silikonreste an Fliese, Wanne oder Becken auftragen. Die gelartige, nicht verlaufende Konsistenz ist speziell für senkrechte Fugen gemacht und läuft nicht ab. Einwirkzeit ca. 10–30 Minuten, abhängig von der Schichtdicke. Verarbeitungstemperatur +5 °C bis +35 °C.
Anschließend die aufgeweichten Reste mit einem Spachtel oder Tuch abziehen. Bei hartnäckigen Resten den Vorgang wiederholen.
Kontrolle: Der Untergrund fühlt sich glatt an, keine Silikonreste mehr sicht- oder fühlbar.
3Fuge reinigen und vollständig trocknen lassen
Die Kontaktflächen müssen laut Verarbeitungsvorschrift von Ottoseal S100 trocken, fett- und staubfrei sein. Mit einem sauberen, fusselfreien Tuch nachwischen und die Fuge anschließend vollständig trocknen lassen – am besten mehrere Stunden oder über Nacht gut lüften, gerade in Dusche oder Bad.
Kontrolle: Fingerprobe – der Untergrund fühlt sich trocken und fettfrei an. Eingeschlossene Restfeuchte verhindert später eine dauerhafte Haftung und begünstigt Schimmel unter der neuen Fuge.
4Fuge abkleben
Für eine gerade, exakte Kante beidseitig parallel zur Fuge PVC-Klebeband aufkleben. Das Weich-PVC-Band ist wasser-, öl- und lösungsmittelbeständig und bis zu 4 Wochen UV-beständig – es kann bei Bedarf auch etwas länger auf der Fläche bleiben, ohne rückstandsbehaftet zu verkleben.
Kontrolle: Das Band liegt eng an der Kante an, keine Wellen oder Lücken zur Fuge hin.
5Neues Silikon einspritzen
Ottoseal S100 in die Handpresspistole einsetzen, die Kartuschenspitze schräg im 45°-Winkel passend zur Fugenbreite anschneiden. Bei einer Verarbeitungstemperatur von +5 °C bis +35 °C mit gleichmäßigem, konstantem Druck durchgängig in die Fuge einspritzen – der acetatvernetzende 1K-Silicon-Dichtstoff ist speziell auf Verarbeitung und Haftung auf keramischen Untergründen abgestimmt.

Kontrolle: Die Fuge ist über die gesamte Länge vollständig gefüllt, keine Lufteinschlüsse oder Lücken.
6Sofort glattziehen
Noch vor der Hautbildung mit dem Otto Fugenglätter in einem durchgehenden Zug glattziehen. Je nach Fugenprofil die passende Kante des Spachtels nutzen (Winkel 2×90°, 15° oder 20°). Überschüssiges Silikon direkt mit einem Tuch abnehmen, bevor es anzieht.
Kontrolle: gleichmäßige, leicht konkave Fugenoberfläche ohne Lufteinschlüsse oder Absätze.
7Klebeband abziehen und aushärten lassen
Das Klebeband sofort nach dem Glätten – noch bevor das Silikon anzieht – im 45°-Winkel nach außen abziehen, damit die Kante sauber und scharf bleibt. Anschließend die Fuge ungestört aushärten lassen: Sanitärsilikon härtet mit ca. 2–3 mm pro 24 Stunden durch, abhängig von Temperatur und Luftfeuchte.
Kontrolle: Leichter Fingertest mit leicht feuchtem Finger – die Oberfläche fühlt sich nicht mehr klebrig an, bevor die Fuge das erste Mal nass werden darf.
Trocknungszeiten im Überblick
| Arbeitsschritt | Wartezeit | Kontrolle |
|---|---|---|
| Einwirkzeit Silikonentferner | ca. 10–30 Minuten (je nach Schichtdicke) | Reste lassen sich rückstandsfrei abziehen |
| Fuge vor dem Verfugen trocknen | mehrere Stunden bis über Nacht | Fingerprobe: trocken und fettfrei |
| Hautbildung nach dem Auftragen | ca. 30–60 Minuten (+20 °C / 50 % rF) | Zeitfenster zum Glätten und Klebeband abziehen |
| Durchhärtung | ca. 2–3 mm pro 24 Stunden | Mind. 24 Stunden vor erstem Wasserkontakt warten |
| Volle Belastbarkeit (Dusche, Wasserkontakt) | ca. 24–48 Stunden, je nach Fugenbreite | Fuge fühlt sich fest und trocken an, keine Verformung |
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Neues Silikon auf altes gespritzt: Frisches Silikon haftet nicht dauerhaft auf ausgehärtetem Silikon und löst sich schnell wieder ab – alte Fuge immer vollständig bis auf den Untergrund entfernen.
- Feuchte Fuge verfugt: Eingeschlossene Restfeuchte führt zu Haftungsverlust und Schimmel unter der neuen Fuge – Fuge vor dem Verfugen vollständig trocknen lassen.
- Kein Klebeband verwendet: führt zu welligen, unsauberen Fugenkanten – für ein sauberes Ergebnis immer beidseitig abkleben.
- Zu spät geglättet: Silikon bildet innerhalb weniger Minuten eine Haut, danach lässt es sich nicht mehr sauber ziehen – sofort nach dem Einspritzen glätten.
- Klebeband zu spät abgezogen: reißt die frische Fuge an oder verklebt mit ihr – Band direkt nach dem Glätten, vor der Hautbildung, entfernen.
- Zu früh nass gemacht: Die Fuge hält Wasser und mechanischer Belastung noch nicht stand – Trocknungszeiten aus der Tabelle einhalten, insbesondere vor dem ersten Duschen.
Häufige Fragen zur Silikonfugen-Erneuerung
Wie oft sollte man Sanitärsilikon erneuern?
Spätestens wenn die Fuge reißt, sich verfärbt, Schimmel zeigt oder sich vom Untergrund löst. Je nach Beanspruchung hält eine gut verarbeitete Fuge mehrere Jahre, in Dusche und Bad häufig 5 bis 10 Jahre.
Wie entferne ich altes Silikon am besten?
Mechanisch mit einem Cuttermesser oder Fugenkratzer beidseitig einschneiden und den Strang entfernen, verbleibende Reste mit einem Silikonentferner wie Otto SilOut auflösen und abziehen.
Wie lange muss die Fuge vor dem Verfugen trocknen?
Die Kontaktflächen müssen vollständig trocken, fett- und staubfrei sein. In Feuchträumen am besten mehrere Stunden oder über Nacht gut lüften lassen, bevor neu verfugt wird.
Warum bildet sich in der neuen Fuge wieder Schimmel?
Sanitärsilikon wie Ottoseal S100 ist fungizid und bakteriostatisch ausgerüstet, bei dauerhafter Feuchtigkeit und mangelnder Lüftung kann sich dennoch Schimmel bilden. Details und Gegenmaßnahmen im Ratgeber Schimmel in Silikonfugen vorbeugen und entfernen.
Welches Silikon eignet sich für meine Dusche?
Das hängt von Untergrund und Beanspruchung ab. Eine Übersicht mit Empfehlung gibt unser Ratgeber Welches Silikon für die Dusche?, ein Detailvergleich der Ottoseal-Qualitäten steht im Ratgeber OTTOSEAL S100 vs. S105 im Detail.
Wie viel Silikon brauche ich für meine Fugen?
Der Verbrauch hängt von Fugenbreite und -tiefe ab. Eine Berechnungshilfe finden Sie in unserer Ottoseal Silikon Verbrauchstabelle.



