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Das brauchen Sie: Einkaufsliste
Basis-Set (immer erforderlich)
Optional – je nach Einbausituation
- PE-Rundschnur Fugenfüllprofil – bei Fugen tiefer als ca. 10 mm, begrenzt die Fugentiefe und verhindert die schädliche 3-Flankenhaftung
- Otto Primer 1102 Naturstein- & Sandsteinprimer – für stark saugende Natursteine wie Sandstein, verbessert die Haftung und schützt vor Feuchtigkeitsflecken
- Ottoseal S117 Natursteinsilikon – gleiche Fleckenschutz-Eigenschaften wie S70, geprüft nach EN 15651, in reduzierter Farbpalette
- Ottoseal S80 Natursteinsilikon – geruchsarme Variante mit längerer Verarbeitungszeit, ideal für Innenräume ohne viel Lüftung
Werkzeug: Kartuschenpistole, scharfes Cuttermesser zum Anschneiden der Kartuschenspitze, fusselfreies Tuch, Eimer mit klarem Wasser. Alle Systemkomponenten finden Sie in der Kategorie Natursteinsilikon.
Warum verfärbt sich Naturstein durch falsches Silikon?
Naturstein wie Marmor, Granit, Sandstein oder Quarzit ist – anders als Fliesen oder Kunststoff – porös. Aus normalem Silikon können Weichmacher und Öle austreten und in die Poren des Steins einwandern. Das Ergebnis ist ein dunkler, oft schmieriger Rand entlang der Fuge, die sogenannte Randzonenverschmutzung. Sie entsteht oft erst Wochen nach der Verfugung und lässt sich mit haushaltsüblichen Reinigern kaum noch entfernen.
Spezielles Natursteinsilikon wie Ottoseal S70, S117 oder S80 ist dagegen nach ISO 16938-1 und ASTM C 1248 auf Randzonenverschmutzung geprüft und garantiert fleckenfrei. Genauso wichtig: Verwenden Sie zum Glätten niemals Spülmittel. Herstellerangaben zufolge kann handelsübliches Spülmittel bei besonders empfindlichen Steinsorten wie Nero Impala oder Nero Assoluto zu Verfärbungen führen, die sich nicht mehr entfernen lassen – nur das spezielle Naturstein-Glättmittel ist dafür geeignet und dermatologisch getestet unbedenklich.

Mehr zum Thema in unserem Ratgeber Flecken auf Naturstein durch falsches Silikon. Welches Silikon für welchen Steintyp am besten geeignet ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Welches Silikon für Naturstein?
Schritt für Schritt: Naturstein richtig abdichten
1Untergrund reinigen und Fugenränder abkleben
Die Haftflächen müssen sauber, fettfrei, trocken und tragfähig sein. Poröse Untergründe wie Naturstein reinigen Sie mechanisch, zum Beispiel mit einer Stahlbürste oder Schleifscheibe, um lose Partikel, alte Dichtstoffreste, Staub und Trennmittel zu entfernen. Jede Verunreinigung mindert nicht nur die Haftung, sondern kann sich beim Verfugen zusätzlich in den Stein einreiben.
Kleben Sie anschließend beide Fugenränder mit dem PVC-Klebeband gerade ab. Das ist bei Naturstein wichtiger als bei Fliesen: Verschmierungen auf der porösen, oft unpolierten Oberfläche lassen sich später nur sehr schwer wieder entfernen. Kontrolle: Die Oberfläche ist staubfrei, trocken und das Klebeband liegt exakt an der Fugenkante.
2Saugende Natursteine grundieren (optional)
Sandstein und andere stark saugende Natursteine nehmen Feuchtigkeit auf, was zu Verfärbungen führen und die Haftung des Dichtstoffs verschlechtern kann. Tragen Sie in diesem Fall Otto Primer 1102 dünn und gleichmäßig mit Pinsel oder Tuch auf und lassen Sie ihn vollständig ablüften. Bei besonders empfindlichen oder polierten Steinen wie Carrara oder Calcatta empfiehlt sich grundsätzlich eine unauffällige Probeverarbeitung, bevor Sie großflächig verfugen.
Trocknung: ca. 30 Minuten bei +5 °C bis +35 °C. Kontrolle: Die Fläche fühlt sich trocken und nicht mehr klebrig an.

3Bei tiefen Fugen Rundschnur einlegen (optional)
Ist die Fuge tiefer als etwa 10 mm, legen Sie vor dem Verfugen eine PE-Rundschnur als Hinterfüllung ein. Sie begrenzt die Fugentiefe und verhindert die sogenannte 3-Flankenhaftung – haftet der Dichtstoff nämlich zusätzlich am Fugengrund, kann er die Bewegungen der Fuge nicht mehr elastisch aufnehmen und reißt. Faustregel: Die Fugentiefe sollte etwa der halben Fugenbreite entsprechen.
Kontrolle: Die Rundschnur sitzt gleichmäßig tief, ohne Verdrehungen, und lässt genügend Raum für den Dichtstoff.

4Natursteinsilikon auftragen
Schneiden Sie die Kartuschenspitze schräg an, setzen Sie die Ottoseal S70 Kartusche in die Kartuschenpistole und ziehen Sie die Fuge in einem durchgehenden, gleichmäßigen Strang ohne Lufteinschlüsse. Verarbeitungstemperatur +5 °C bis +35 °C. Die Hautbildungszeit beträgt nur ca. 5 Minuten (+23 °C, 50 % rel. Luftfeuchte) – Sie müssen also zügig zum nächsten Schritt übergehen.
Kontrolle: Die Fuge ist vollständig und blasenfrei gefüllt, ohne Hohlräume an den Flanken.

5Sofort mit Naturstein-Glättmittel glätten
Wichtig: Verwenden Sie zum Glätten niemals Spülmittel oder andere haushaltsübliche Glättmittel – bei empfindlichen Natursteinen drohen dauerhafte Flecken. Sprühen Sie stattdessen das Naturstein-Glättmittel unverdünnt sparsam auf die Fuge und den Fugenspachtel und ziehen Sie die Fuge in einem Zug glatt. Überschüssiges Silikon direkt abziehen und entsorgen.
Lassen Sie das Glättmittel nicht antrocknen, da getrocknete Rückstände matte, helle Flecken auf der Dichtstoffoberfläche hinterlassen können. Waschen Sie überschüssiges Glättmittel deshalb sofort mit klarem Wasser von der Steinoberfläche ab. Kontrolle: Nach dem Abwaschen sind keine weißlichen oder matten Rückstände auf dem Stein sichtbar.

6Klebeband abziehen und aushärten lassen
Ziehen Sie das Klebeband unmittelbar nach dem Glätten ab – noch bevor der Dichtstoff eine Haut bildet, also innerhalb der ersten ca. 5 Minuten. So bleibt die Fugenkante sauber und scharf. Reinigen Sie Fugenspachtel und Werkzeug direkt danach mit Wasser.
Silikon härtet mit rund 2–3 mm pro 24 Stunden durch. Belasten Sie die Fuge – etwa durch Wasserkontakt oder mechanischen Druck – erst, wenn sie vollständig formstabil ist und sich nicht mehr klebrig anfühlt.
Trocknungszeiten im Überblick
| Arbeitsschritt | Wartezeit | Kontrolle |
|---|---|---|
| Primer 1102 ablüften (optional) | ca. 30 Minuten (+5 °C bis +35 °C) | Oberfläche trocken, nicht mehr klebrig |
| Hautbildung Ottoseal S70 | ca. 5 Minuten (+23 °C / 50 % rF) | Klebeband kann rückstandsfrei abgezogen werden |
| Durchhärtung der Fuge | ca. 2–3 mm pro 24 Stunden | Fuge formstabil, keine Klebrigkeit mehr spürbar |
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Standard-Sanitärsilikon statt Natursteinsilikon verwendet: Führt fast immer zu Randzonenverschmutzung. Nur geprüfte Produkte wie Ottoseal S70, S117 oder S80 verhindern das zuverlässig.
- Mit Spülmittel geglättet: Bei empfindlichen Steinsorten wie Nero Impala oder Nero Assoluto drohen Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. Nur spezielles Naturstein-Glättmittel verwenden.
- Glättmittel antrocknen lassen: Rückstände hinterlassen matte, helle Flecken auf der Dichtstoffoberfläche. Überschuss immer sofort mit klarem Wasser abwaschen.
- Keine Fugenränder abgeklebt: Verschmierungen auf poröser Steinoberfläche sind kaum noch zu entfernen. Abklebeband spart Nacharbeit.
- Bei tiefen Fugen keine Rundschnur eingelegt: Es entsteht 3-Flankenhaftung, die Fuge reißt bei Bewegung. Ab ca. 10 mm Tiefe immer hinterfüllen.
- Saugenden Sandstein nicht grundiert: Ohne Primer nehmen poröse Steine Feuchtigkeit auf, was die Haftung und Optik beeinträchtigen kann.
Häufig gestellte Fragen
Warum bekommt normales Silikon Flecken auf Naturstein?
Aus normalem Silikon können Weichmacher und Öle austreten und in die poröse Steinoberfläche einwandern. Diese Randzonenverschmutzung entsteht oft erst Wochen später und lässt sich kaum entfernen. Spezielles Natursteinsilikon ist genau darauf geprüft.
Muss ich Naturstein vor dem Abdichten grundieren?
Nur bei stark saugenden Steinen wie Sandstein ist ein Primer sinnvoll. Bei polierten oder dichten Natursteinen ist meist keine Grundierung nötig.
Darf ich Spülmittel zum Glätten der Fuge benutzen?
Nein. Bei empfindlichen Natursteinen kann Spülmittel zu dauerhaften Flecken führen. Verwenden Sie ausschließlich spezielles Naturstein-Glättmittel und waschen Sie Überschüsse sofort mit klarem Wasser ab.
Ab welcher Fugentiefe brauche ich eine Rundschnur?
Ab etwa 10 mm Fugentiefe sollten Sie eine PE-Rundschnur als Hinterfüllung einlegen, um die Tiefe zu begrenzen und 3-Flankenhaftung zu verhindern.
Wie lange muss ich warten, bevor ich das Klebeband abziehe?
Ziehen Sie das Klebeband direkt nach dem Glätten ab, noch bevor der Dichtstoff eine Haut bildet – bei Ottoseal S70 sind das rund 5 Minuten bei +23 °C und 50 % relativer Luftfeuchte.
Wie viel Silikon brauche ich für meine Natursteinfuge?
Der Materialbedarf hängt von Fugenbreite und -tiefe ab. Eine genaue Berechnung mit Tabelle finden Sie in unserem Ratgeber Silikon-Verbrauch richtig berechnen.


