Holzfassade deckend streichen – Schritt für Schritt
Kurz gesagt: Ein deckender Anstrich auf Holz im Außenbereich hält nur, wenn der Untergrund tragfähig ist und die Grundierung ihre Absperrwirkung entwickeln durfte. Reinigen und anschleifen, dann GORI 23 Multi-Primer unverdünnt auftragen und volle 24 Stunden (bei 23 °C / 60 % rF) ablüften lassen – erst diese Wartezeit sperrt wasserlösliche Holzinhaltsstoffe ab. Anschließend die GORI 99 Wetterschutzfarbe in zwei Gängen in Faserrichtung streichen. Wer die 24 Stunden abkürzt, riskiert braune Durchschläge und einen Anstrich, der nach einem Winter abblättert.
Inhalt
Das brauchen Sie
Projektvorlage „Holz außen streichen & ölen“
Einkaufsliste
Basis-Set (immer erforderlich)
1. GORI 23 Multi-Primer weiß
Wasserbasierter Haftgrund auf Acrylatbasis. Sperrt wasserlösliche Holzinhaltsstoffe ab, haftet zusätzlich auf Zink, Aluminium, Hart-PVC und Eisenmetallen. Verbrauch ca. 5–8 m²/l. Erhältlich in 0,75 L, 2,5 L und 5 L.
GORI 23 ansehen
2. GORI 99 Wetterschutzfarbe (750 ml)
Wasserbasierte, deckende und seidenmatte Wetterschutzfarbe für begrenzt und nicht maßhaltige Holzbauteile außen. Diffusionsoffen, strukturbetonend, schnelltrocknend. In mehreren Farbtönen verfügbar.
GORI 99 ansehenOptional – je nach Zustand des Holzes
- Schuller Timber FS Holzschutzstreicher – Flächenpinsel für Holzschutz und Deckfarbe, sinnvoll bei rauer Sägefassade.
- Schuller Handdrahtbürste – für vergrautes, angewittertes Holz und lose Fasern.
- Schleifpapier Rolle K 40 – für feste Altanstriche, die angeschliffen werden müssen.
- Schuller Malerspachtel KAI PRO – zum Abnehmen abblätternder Altschichten.
- Birtel Goldband ECO Abdeckband UV – zum Abkleben von Glas, Beschlägen und Blechabschlüssen.
- Meyer Holzwurm EX – nur bei sichtbarem Insektenbefall, vor dem Grundieren.
Werkzeug
- Flachpinsel oder Holzschutzstreicher, Rolle für große glatte Flächen
- Rührholz oder Rührquirl (beide Produkte müssen vor Gebrauch gut aufgerührt werden)
- Abdeckfolie, Eimer mit Wasser (Werkzeugreinigung erfolgt bei beiden Produkten mit Wasser)
- Leiter oder Gerüst, Handfeger, Handschuhe
Warum grundieren – und warum genau 24 Stunden?
Holz enthält wasserlösliche Inhaltsstoffe. Trifft Feuchtigkeit auf einen ungrundierten Untergrund, wandern diese Stoffe nach oben und zeichnen sich als bräunliche Schleier im Anstrich ab. Genau das verhindert der Isoliergrund. Er baut seine Sperrwirkung aber nicht sofort auf: Laut Produktdaten ist GORI 23 nach 1–2 Stunden staubtrocken, überstreichbar aber erst nach etwa 24 Stunden bei 23 °C und 60 % relativer Luftfeuchte – und diese Zeit ist ausdrücklich für die maximale Absperrwirkung einzuhalten. Staubtrocken heißt also nicht überstreichbar.
Der Schichtaufbau von unten nach oben
Schritt für Schritt
Beide Produkte sind wasserbasiert und brauchen Zeit zum Trocknen. Planen Sie eine trockene Wetterphase von mindestens drei Tagen ein: Tag 1 Vorbereitung und Grundierung, Tag 2 erster Anstrich, Tag 3 zweiter Anstrich. Streichen Sie nicht in direkter Mittagssonne – die Farbe zieht dann zu schnell an und lässt sich nicht mehr sauber verstreichen.
Kontrolle: Die Holzoberfläche fühlt sich trocken an, es ist kein Regen und kein Nachtfrost angekündigt. Die zulässigen Verarbeitungstemperaturen entnehmen Sie dem Gebindeetikett.
Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig und frei von losen Teilen sein – das ist die Verarbeitungsvorgabe beider Produkte. Staub, Algen und Schmutz abfegen oder abwaschen, angewitterte, vergraute Fasern mit der Drahtbürste abnehmen. Abblätternde Altanstriche mit dem Spachtel bis auf tragfähigen Grund entfernen.
Kontrolle – Klebebandprobe: Ein Streifen Abdeckband auf die Fläche drücken und ruckartig abziehen. Bleiben Farbschollen oder Holzfasern am Band hängen, ist der Untergrund an dieser Stelle nicht tragfähig und muss weiter abgetragen werden.
Angewittertes Holz anschleifen – die Herstellerangabe zu GORI 99 verlangt das ausdrücklich: angewittertes Holz anschleifen und grundieren. Fest haftende Altanstriche werden matt geschliffen, damit die Grundierung mechanisch greifen kann. Immer in Faserrichtung arbeiten, danach den Schleifstaub restlos abfegen.
Kontrolle: Die Fläche ist durchgehend matt, kein Glanzschleier mehr sichtbar. Mit der flachen Hand darüberstreichen – es darf kein Staub an der Hand bleiben.
GORI 23 ist nicht nur Isoliergrund für Holz, sondern auch Rostschutz- und Haftgrund auf Eisenmetallen, Zink, Aluminium und Hart-PVC. Fensterbänke, Geländer, Blechabschlüsse oder Tore, die mitgestrichen werden, müssen vorher entrostet und entfettet werden – dann erhalten sie dieselbe Grundierung.
Kontrolle: Kein Rostpickel und kein Fettfilm mehr sichtbar. Ein Tropfen Wasser darf auf entfettetem Metall nicht abperlen, sondern muss flach auslaufen.
Vor Gebrauch gut aufrühren. Den Primer unverdünnt mit Pinsel oder Rolle auftragen – Verdünnen würde die Absperrwirkung schwächen. Rechnen Sie mit ca. 5–8 m² pro Liter, je nach Saugfähigkeit des Untergrunds. Hirnholz, Kanten und Ansatzstellen satt einstreichen, denn dort dringt Feuchtigkeit am schnellsten ein. Werkzeug sofort nach Gebrauch mit Wasser reinigen.
Kontrolle: Nach dem Trocknen darf die Holzstruktur weißlich durchgedeckt sein, aber keine dunklen, unbehandelten Stellen zeigen. Fehlstellen jetzt nachgrundieren, nicht später mit Farbe zuschmieren.
GORI 23 ist nach 1–2 Stunden staubtrocken, aber erst nach ca. 24 Stunden (23 °C / 60 % rF) überstreichbar. Diese Zeit ist laut Verarbeitungshinweis für die maximale Absperrwirkung einzuhalten. Bei kühlerer oder feuchterer Witterung dauert es entsprechend länger.
Kontrolle – Kratz- und Daumenprobe: Mit dem Fingernagel an einer verdeckten Stelle kratzen – die Schicht darf sich nicht aufrollen oder abschieben lassen. Mit dem Daumen kräftig drücken und drehen: bleibt ein Abdruck oder wird die Schicht klebrig, ist sie noch nicht durchgetrocknet.
Farbe gut aufrühren und gleichmäßig in Faserrichtung auftragen. Immer brettweise von Kante zu Kante arbeiten und nicht mitten auf der Fläche ansetzen – sonst bleibt eine sichtbare Ansatzstelle. GORI 99 ist strukturbetonend, das heißt die Holzstruktur bleibt sichtbar; ein zu dicker Auftrag verbessert die Deckung nicht, sondern verlängert nur die Trockenzeit.
Kontrolle: Im Streiflicht seitlich über die Fläche schauen. Läufer und Nasen jetzt sofort ausstreichen – nach dem Antrocknen lassen sie sich nur noch abschleifen.
GORI 99 wird in der Regel zweimal gestrichen – erst der zweite Gang erzeugt die geschlossene, seidenmatte Wetterschutzschicht. Die Trockenzeit zwischen den Gängen richtet sich nach der Herstellerangabe auf dem Gebinde; die Farbe ist als schnelltrocknend eingestuft, bei kühlem Wetter aber deutlich langsamer. Abdeckband abziehen, solange die Farbe noch nicht vollständig durchgehärtet ist, damit die Kante nicht ausreißt.
Kontrolle: Keine durchscheinenden Stellen im Streiflicht, gleichmäßiger Seidenmattglanz, alle Hirnholzkanten und Brettenüberlappungen geschlossen.
Trocknungszeiten und Kontrollen
| Schritt | Wartezeit | Kontrolle |
|---|---|---|
| GORI 23 staubtrocken | ca. 1–2 Stunden | Staub bleibt nicht mehr an der Oberfläche haften |
| GORI 23 überstreichbar | ca. 24 Stunden (23 °C / 60 % rF) | Kratzprobe mit dem Fingernagel – Schicht bleibt geschlossen; Daumenprobe ohne Abdruck |
| GORI 99, 1. Anstrich | Trockenzeit laut Gebindeetikett einhalten | Oberfläche nicht mehr klebrig, kein Abfärben am Handrücken |
| GORI 99, 2. Anstrich | Trockenzeit laut Gebindeetikett einhalten | Deckung im Streiflicht prüfen, gleichmäßiger Seidenmattglanz |
| Werkzeugreinigung | sofort nach Gebrauch | Beide Produkte sind wasserbasiert – mit Wasser reinigen, bevor sie antrocknen |
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Nach 2 Stunden schon überstreichen. Staubtrocken ist nicht überstreichbar. Wer die 24 Stunden abkürzt, verschenkt die Absperrwirkung – braune Durchschläge zeigen sich dann Wochen später.
Grundierung verdünnen. GORI 23 ist unverdünnt zu verwenden. Verdünnt reicht der Bindemittelanteil nicht, um Inhaltsstoffe zu sperren.
Auf losem Altanstrich streichen. Die neue Schicht ist nur so fest wie die darunter. Ohne Klebebandprobe blättert am Ende beides gemeinsam ab.
Nur einmal streichen. GORI 99 ist für zwei Gänge ausgelegt. Ein Anstrich sieht anfangs gut aus, ist aber keine geschlossene Wetterschutzschicht.
Hirnholz und Kanten übergehen. Genau dort saugt Holz am stärksten. Ungeschützte Hirnholzenden sind die häufigste Startstelle für Schäden.
Metallteile ohne Haftgrund mitstreichen. Auf Zink, Alu und Hart-PVC hält Deckfarbe ohne Haftvermittler nicht – GORI 23 übernimmt hier beide Funktionen.
Häufige Fragen
Kann ich die Grundierung weglassen, wenn das Holz noch gut aussieht?
Nein. Der Isoliergrund verhindert, dass wasserlösliche Holzinhaltsstoffe in den Deckanstrich durchschlagen – das sieht man vorher nicht, sondern erst nach der ersten Regenperiode. Die Verarbeitungsvorgabe zu GORI 99 nennt Grundieren bei angewittertem Holz ausdrücklich.
Wie viel Grundierung brauche ich?
GORI 23 reicht für ca. 5–8 m² pro Liter, abhängig von der Saugfähigkeit. Raue Sägefassaden liegen am unteren Ende, glatt gehobelte Flächen am oberen. Der Primer ist in 0,75 L, 2,5 L und 5 L erhältlich.
Deckfarbe oder Lasur – was ist besser?
Eine deckende Wetterschutzfarbe wie GORI 99 überdeckt farbige oder ungleichmäßige Untergründe und schützt am längsten. Eine Lasur betont die Maserung und ist einfacher zu renovieren. Der Vergleich der Lasuren steht im Ratgeber GORI 33 oder GORI 88.
Bleibt die Holzstruktur sichtbar?
Ja. GORI 99 ist deckend, aber strukturbetonend und seidenmatt – die Farbe schließt die Oberfläche, ohne die Struktur zuzuspachteln. Wer eine glatte Lackoptik will, braucht ein anderes System.
Warum muss die Farbe diffusionsoffen sein?
Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. GORI 99 hat eine hohe Wasserdampf-Diffusionsfähigkeit; die Feuchtigkeit kann also entweichen, statt sich unter dem Film zu stauen. Das ist der Grund, warum der Anstrich nicht abblättert oder abplatzt.
Mein alter Anstrich blättert schon ab – reicht überstreichen?
Nein, lose Schichten müssen runter. Woran das Abblättern liegt und wie eine Sanierung abläuft, steht im Ratgeber Holzlasur blättert ab.
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Fragen zum Aufbau? Rufen Sie uns an: Baustoffheld, Lindenstrasse 56, 47623 Kevelaer, Telefon +49 (0) 2831 - 916 77 03.
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