
Das brauchen Sie: Einkaufsliste
Basis-Set (immer erforderlich)
Optional – je nach Einbausituation
- Montageschaum 500 ml mit Aussprührohr – Handschaum ohne Pistole, praktisch für kleine Arbeiten und gelegentlichen Einsatz
- Soudal Soudafoam 2K-Montageschaum – schnitthart bereits nach ca. 20 Minuten, ideal für Fenster, Türrahmen und zum Setzen von Badewannen
- Soudal 2K-Zargenschaum – schon nach ca. 5 Minuten schneidbar, für Holztürzargen und empfindliche Rahmen ohne Nachdehnung
- Soudal Brunnenschaum – wasserdicht bis 0,5 bar, für Schacht- und Brunnenringe im feuchten Bereich
- Ersatz-Aussprührohr, 5 Stück – Nachschub für Handschaumdosen mit Adapter
Werkzeug: Schaumpistole mit Feinjustierung, Pistolenreiniger, scharfes Cuttermesser zum Entfernen des ausgehärteten Überstands, Klebeband oder Abdeckfolie zum Schutz angrenzender Flächen. Das komplette Sortiment finden Sie in der Kategorie Montageschäume.
Warum die richtige Verarbeitung entscheidend ist
PU-Montageschaum ist ein feuchtigkeitshärtender 1-Komponenten-Schaum, der beim Aushärten sein Volumen deutlich vergrößert. Wird eine Fuge komplett verfüllt, drückt der nachschäumende Schaum den Rahmen aus der Flucht oder quillt unkontrolliert heraus – deshalb sollten Fugen und Hohlräume immer nur zu etwa einem Drittel befüllt werden, bevor der Schaum nachgeht.
Richtig verarbeitet bietet PU-Schaum eine bessere Schall- und Wärmedämmung als Mineralwolle, Kork oder Fiberglas und ist nach dem Aushärten alterungsbeständig sowie beständig gegen viele Lösemittel, Farben und Chemikalien. Er haftet auf nahezu allen Bauuntergründen – ausgenommen sind PE, PP, PTFE und Silikon. Wichtig: Ausgehärteter Schaum ist nicht UV-beständig und muss dauerhaft überstrichen, überputzt oder mit einem Dichtstoff abgedeckt werden.

Schritt für Schritt: PU-Schaum richtig verarbeiten
1Untergrund vorbereiten und angrenzende Flächen schützen
Der Untergrund muss tragfähig, sauber, staub- und fettfrei sein. Ein leichtes Befeuchten der Oberfläche mit einem Wasserzerstäuber verbessert die Haftung und die Zellstruktur des Schaums. Angrenzende, sichtbare Flächen wie Fensterrahmen, Fliesen oder Bodenbeläge vorher mit Klebeband oder Folie abdecken – frischer Schaum lässt sich zwar mit Reiniger entfernen, ausgehärteter jedoch nur noch mechanisch.
2Dose vorbereiten und schütteln
Die Dose vor jedem Gebrauch mit dem Ventil nach unten ca. 30-mal kräftig schütteln, damit sich der Doseninhalt gut vermischt und die Schaumqualität optimiert wird. Anschließend die Dose auf die Pistole schrauben. Verarbeitungstemperatur beachten: +5 °C bis +30 °C, optimal sind 15–25 °C – bei kälteren Dosen wird die Ausbeute geringer und die Zellstruktur schlechter.

3Pistole aufsetzen und Menge über die Feinjustierung einstellen
Über die Feinjustierschraube der PF3 Bauschaumpistole lässt sich der Durchfluss stufenlos regeln – so schäumen Sie feine Fugen ebenso kontrolliert aus wie größere Hohlräume, ohne zu kleckern. Der Anschluss passt auf alle gängigen PU-Schaumdosen und lässt sich ohne Werkzeug wechseln.

4Fuge oder Hohlraum nur zu einem Drittel ausschäumen
Gleichmäßig und zügig arbeiten, dabei die Fuge oder den Hohlraum nur zu ca. einem Drittel befüllen – der Schaum dehnt sich beim Aushärten noch deutlich aus. Wird zu viel eingebracht, quillt er unkontrolliert heraus oder drückt Rahmen und Zargen aus der Flucht. Bei sehr tiefen Fugen (mehr als ca. 5 cm) in mehreren dünnen Schichten arbeiten statt in einem Zug.
5Bei tiefen Hohlräumen mehrschichtig arbeiten
Für die zweite und jede weitere Schicht die bereits angeschäumte Oberfläche der Vorschicht leicht mit Wasser befeuchten – das fördert die Haftung zwischen den Lagen und verbessert die Zellstruktur. Erst wenn die vorherige Schicht angezogen hat, die nächste Lage auftragen, wieder nur zu einem Drittel des verbleibenden Hohlraums.
6Pistole sofort nach Gebrauch reinigen
Direkt nach der Arbeit die Dose gegen den Biwa Pistolenreiniger tauschen und die Pistole durchsprühen, bis kein Schaumrest mehr austritt. Der Reiniger löst frischen, noch nicht ausgehärteten Schaum zuverlässig, ohne Dichtungen oder Gewinde anzugreifen. Wer die Reinigung verschiebt, riskiert eine verklebte, verstopfte Pistole – ausgehärteter Schaum lässt sich dann nur noch mechanisch entfernen.

7Aushärten lassen, Überstand abschneiden und Fuge dauerhaft schützen
Den Schaum vollständig aushärten lassen, bevor Sie den überstehenden Rand mit einem scharfen Messer bündig abschneiden. Da ausgehärteter PU-Schaum nicht UV-beständig ist, muss die fertige Fuge dauerhaft überstrichen, überputzt oder mit einem elastischen Dichtstoff abgedeckt werden – welcher Dichtstoff sich für Ihre Anschlussfuge eignet, erklärt unser Ratgeber Silikon oder Acryl – was wofür?
Trocknungszeiten im Überblick
| Arbeitsschritt | Wert | Kontrolle |
|---|---|---|
| Verarbeitungstemperatur (Dose & Untergrund) | +5 °C bis +30 °C, optimal 15–25 °C | Dose nicht in praller Sonne oder Kälte lagern |
| Fugen- und Hohlraumfüllung | nur zu ca. 1/3 befüllen | Schaum quillt nach – Füllstand während der Arbeit beobachten |
| Pistolenreinigung | sofort nach Gebrauch, vor dem Aushärten | Kein Schaumrest mehr beim Durchsprühen sichtbar |
| 2K-Schnellschaum (optional, Zargenschaum) | schneidbar nach ca. 5 Minuten | Leichter Fingerdruck: Oberfläche gibt nicht mehr nach |
| 2K-Montageschaum (optional, Fenster/Türen) | schneidbar nach ca. 20 Minuten | Messerprobe an unauffälliger Stelle |
| Brunnenschaum (optional, wasserdicht) | Aushärtung in 6–20 Stunden | Oberfläche vollständig durchgehärtet, kein Eindrücken mehr möglich |
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Fuge komplett vollgeschäumt: Ohne Reserve für das Nachschäumen quillt der Schaum heraus oder verzieht Rahmen und Zargen. Immer nur zu einem Drittel befüllen.
- Zu kalte Dose verarbeitet: Unterhalb von +5 °C sinkt die Ausbeute, die Zellstruktur wird schlechter. Dose vor Gebrauch auf Raumtemperatur bringen.
- Pistole nicht sofort gereinigt: Ausgehärteter Schaum verstopft Ventil und Gewinde dauerhaft – dann hilft nur noch eine neue Pistole.
- Falscher Schaumtyp für den Einsatzzweck: Normaler Montageschaum ist nicht wasserdicht – im feuchten Bereich oder bei Schachtringen gehört Brunnenschaum eingesetzt.
- Fuge dauerhaft der UV-Strahlung ausgesetzt: Unbehandelter Schaum zersetzt sich im Sonnenlicht. Immer überstreichen, überputzen oder mit Dichtstoff abdecken.
Häufige Fragen zu PU-Schaum
Wie oft muss ich die Dose vor Gebrauch schütteln?
Ca. 30-mal kräftig, mit dem Ventil nach unten, damit sich der Doseninhalt gut vermischt und die Schaumqualität optimal wird.
Wie voll darf ich eine Fuge mit PU-Schaum ausschäumen?
Nur zu etwa einem Drittel, da der Schaum nach dem Auftragen noch deutlich nachschäumt und sein Volumen vergrößert.
Bei welcher Temperatur kann ich PU-Schaum verarbeiten?
Zwischen +5 °C und +30 °C, optimal sind 15–25 °C bei Dose und Untergrund.
Ist PU-Schaum wasserdicht?
Normaler Montageschaum nicht. Für feuchte oder wasserführende Bereiche wie Schachtringe gibt es speziellen Brunnenschaum, der bis 0,5 bar wasserdicht ist.
Wie entferne ich frischen oder ausgehärteten Schaum?
Frischen Schaum lösen Sie mit PU-Schaum-Reiniger, ausgehärteten Schaum nur noch mechanisch, etwa mit einem Messer.
Muss PU-Schaum vor UV-Licht geschützt werden?
Ja. Ausgehärteter PU-Schaum ist nicht UV-beständig und muss dauerhaft überstrichen, überputzt oder mit einem Dichtstoff abgedeckt werden.


